Ende gut – alles gut
Heute nun also mein allerletzter Eintrag hier in diesem Blog.
Die Bundeswehr liegt hinter mir und inzwischen ist auch ein bisschen Zeit vergangen, so dass ich Zeit gehabt habe, auch ein bisschen über die vergangenen neun Monate nachzudenken.
Wenn ich mir mein “Erlebnis Bundeswehr” noch einmal so durch den Kopf gehen lasse, so stelle ich fest, dass mein Grundwehrdienst eine ganz spezielle Erfahrung war. Einerseits habe ich vor allem in der Grundausbildung sehr viel erlebt, andererseits waren die restlichen sechs Monate nicht unbedingt sehr erfüllend.
In der Grundausbildung wurde ich konfrontiert mit einer völlig neuen Umgebung, absoluter Ordnung und Disziplin, Gehorsam und 39 fremden Jugendlichen, die irgendwie im selben Boot wie ich saßen. Wir erlebten jeden Tag viel Neues und Interessantes, schlossen Freundschaften und entwickelten uns jeder für sich ein kleines Stückchen weiter. Andererseits war es gerade dieser Abschnitt, der für mich am wenigsten Sinn gemacht hat. Man wird ausgebildet für einen Krieg, der schon längst nicht mehr droht, mit Ausrüstung, die in einem heutigen Krieg längst nicht mehr verwendet werden würde, innerhalb einer Zeit, die längst nicht ausreichend ist, um jemandem wirklich Kriegsführung beizubringen bzw. auf einen Krieg vorzubereiten.
Die sechs Monate nach der Grundausbildung waren geprägt von einem misstrauischen Kompaniechef, der immer und überall bei allem mitreden musste und vielen Arbeiten, die einerseits an einen normalen Büro-Job erinnerten, andererseits genauso gut auch auf das Tätigkeitsprofil eines Hausmeisters, eines Kindermädchens und eines Sklaven passen würden!
Meine Wehrdienstzeit war auf alle Fälle eine Erfahrung, die mich persönlich viel Zeit, Nerven und Geld gekostet hat. Zeit – weil ich neun Monate verloren habe, die ich nun in meiner Planung meines Berufslebens hinterher hänge. Wie hätten sich die Dinge wohl entwickelt, wenn ich nicht eingezogen worden wäre? Nerven – weil ich während meiner Wehrdienstzeit viele unangenehme Dinge in Kauf nehmen musste und mich so manche Personen das ein oder andere Mal fast in den Wahnsinn getrieben hätten. Geld – weil der Wehrsold, den ich bekommen habe bei weitem nicht ausreichend war, um mein Leben so finanzieren zu können, wie ich es vor der Bundeswehr geplant hatte.
Abschließend kann ich sagen, dass der Grundwehrdienst auf jeden Fall ein Erlebnis war und auch so manchen verzogenen Jugendlichen sicher nicht geschadet hat. Ich für meinen Teil bin froh, dieses Kapitel endlich hinter mir lassen zu können, ich konzentriere mich jetzt auf mein Leben nach der Bundeswehr, auch wenn ich mich mit Sicherheit mit einem Lächeln an so manche Begebenheit zurück erinnern werde.
Ganz zum Schluss möchte ich mich noch ganz besonders bei meiner Freundin bedanken, die während der neun Monate viel aushalten musste, bei meinen Kameraden, die mir die besten Begleiter während der Wehrdienstzeit waren und natürlich auch bei allen, die hier immer und immer wieder gelesen haben, was mir beim Bund so alles wiederfahren ist. Danke für die Unterstützung, danke für eure Geduld und danke für’s lesen!
AUS IS !
OG a.D. Psiuk, melde mich ab!