Dez 6 2010

Geht’s heute noch?

Es war mal wieder soweit: Schon wieder war eine Frist abgelaufen und ich hatte den dummen Auftrag, diejenigen, die mal wieder was vergessen hatten, anzurufen und ihnen zu sagen, dass sie sich doch bitte endlich mal darum bemühen sollen, uns die geforderten Unterlagen auch wirklich zuzuschicken. Da nette Worte in der Vergangenhei wenig Erfolg hatten, sollte ich diesmal darauf hinweisen, dass bei Nichtbeachtung des Befehls, eine Dienstreise mit persönlichem Erscheinen in Sonthofen angeordnet wird. Und siehe da: Immer mehr fehlende Unterlagen fanden den Weg per Fax oder Mail zu uns. Aber ganz ehrlich: Es ist schon ziemlich nervig und anstrengend, wenn man nett aber bestimmt nach Unterlagen nachfragen muss und jedesmal versuchen soll, dass man freundlich bleibt. “Geht’s heute noch, dass du uns das schickst? Ansonsten bist du morgen hier! Ja, ok. wenn du heute nicht mehr heim kommst, dann schickst du es halt bis übermorgen…”


Dez 3 2010

Ohne Führung

Der letzte Tag der Woche bricht an und die Motivation ist ungebrochen. In der Früh war ich erstmal einige Zeit allein im Gebäude, denn der Spieß war beim Arzt und sonst war noch keiner da. Erst einige Zeit später tauchte dann auch mein Geschäftszimmer-Kollege auf und kurz darauf bekam ich auch unseren Pers.-Uffz. zu Gesicht.
Als dann um halb zehn doch mal alle im Büro waren, tranken wir erstmal Kaffee und machten unsere “Teambesprechung”. Um halb elf verabschiedete sich dann unser Kompaniefeldwebel und kurz darauf war auch der Pers.-Uffz. Nicht mehr zu sehen. Wir waren also ohne Führung, nur wir zwei Mannschafter vom GeZi. Pünktlich zum normalen Dienstschluss um halb zwölf machten dann auch wir den Laden dicht und verabschiedeten uns ins Wochenende.


Dez 2 2010

Seltsame Ereignisse

Unser Spieß verabschiedete sich heute ziemlich früh von uns, da es im gesundheitlich nicht sonderlich gut ging. Dann passierte etwas, das ich so nichtmal in meinen kühnsten Träumen erwartet hätte: Mein GeZi-Kamerad und unser Personal-Unteroffizier waren wie besessen am Akten erstellen! Ich war platt! Da war schonmal der Chef und der Spieß nicht da und dann hocken die auf einmal hoch konzentriert vor ihren Schreibtischen und stellten eine Akte nach der anderen fertig! Ich hab mir dieses seltsame Phänomen dann so erklärt: Sie hatten so lange ein Motivationsproblem, bis sie ein Zeitproblem bekommen haben.


Dez 1 2010

Neue Sportler

Am heutigen Mittwoch erwarteten wir wieder einmal ein paar neue Sportler. Zwei waren schon gestern Nachmittag angereist, die anderen trafen erst nach Dienstschluss bei uns ein. Heute In der Früh versammelten sich dann alle bei uns im Geschäftszimmer und bekamen von uns Unterlagen zum Ausfüllen in die Hand. Um halb 10 ging’s geschlossen zur Einkleidung und anschließend zum Arzt. 
Mittags hatten wir dann ein bisschen Ruhe vor den Neuen und konnten auch mal wieder ein bisschen unsere Arbeit machen. Am Nachmittag schnappte ich mir dann auf Befehl vom Spieß die fünf Neulinge und ein Auto und ich drehte mit ihnen noch eine kleine Runde in der Kaserne und zeigte ihnen, was sich wo in der Kaserne befindet. So eine Ausflugsfahrt durch die Kaserne ist eine nette Abwechslung. Man kommt ein bisschen raus, sieht etwas von der Gegend und bleibt von der Büro-Arbeit im Geschäftszimmer verschont. 


Nov 30 2010

Das iPhone

Schon am Tag 2 dieser Woche ohne den Chef machten sich leichte Motivationsprobleme bemerkbar. Unser Personal-Unteroffizier war ungelogen den ganzen Tag nur mit seinem iPhone beschäftigt und unwesentlich anderst sah es bei meinem GeZi-Kollegen aus. Die beiden haben ja seit ein paar Wochen das neue iPhone 4 und seitdem denke ich mir erst recht, dass ich der Einzige bin, der hier noch was arbeitet. Sogar unser Spieß war heute die meiste Zeit bei meinem Bürokameraden und knackte immer wieder die Streckenbestzeit bei dem Monster-Truck-Rennspiel auf dessen iPhone. Nach der Mittagspause waren dann unsere zwei Smartphone-Suchtel am Handy modifizieren und versuchten sich gegenseitig im “Ich hab die absolut tollste App gefunden!”-Spiel zu übertrumpfen. Heute konnte ich also nicht auf Unterstützung beim arbeiten hoffen – dem iPhone sei Dank.


Nov 29 2010

Neue Woche ohne Chef

Diese Woche begann wieder recht entspannt. Unser Chef ist nämlich auf Leitertagung in Berlin und somit die nächsten zwei Wochen nicht in Sonthofen. An Entspannung ist aber trotzdem vorerst nicht zu denken, da wir noch die Akten fertig machen müssen, an denen wir schon seit Ewigkeiten dran sind, der Keller muss noch aufgeräumt werden und die Chronik der Sportfördergruppe sollte auch bis Ende der kommenden Woche fertig werden. Bin mal gespannt, wieviel wir diese Woche wirklich schaffen.


Nov 26 2010

Improvisation

Heute hat unser Spieß Geburtstag und weil wir ja gute Kameraden sind, haben wir hier in der Sportfördergruppe ein bisschen zusammengelegt und wollten ihm einen recht teuren Wein schenken. Nur leider haben wir gestern vergessen, den Wein abzuholen und so hatten wir in der Früh erstmal nichts als Geschenk. Unser Chef war davon natürlich nicht sehr begeistert und rief uns zu einer kleinen “Krisensitzung” zusammen. Nach der obligatorischen Standpauke über unsere Zusammenarbeit kamen wir auf die Idee, unseren Kompaniefeldwebel mit einem Weißwurstfrühstück zu überraschen. Freitag vormittags gibt es hier beim Metzger nebenan immer ein großes Frühstück, bei dem Weißwürste und andere Fleisch-Leckereien frisch aus dem Kochtopf serviert werden. Meistens sieht man dort dann immer die gleichen Leute. Soldaten, Handwerker, wichtige Leute und noch mehr Soldaten. Nachdem wir mit unserem Chef alles geklärt hatten, machte ich mich auf den Weg, den Wein und die Wüste zu besorgen. Mein Kollege deckte gleichzeitig schonmal die Tische in unserem Sportlertreff und keine halbe Stunde später war ich schon wieder zurück, mit einem Eimer voller Weiß- und Chiliwürste, Tütenweise Brezen und der Flasche Wein. Nachdem sich alle versammelt hatten, hielt unser Chef noch eine kleine Feierrede und wir überreichten unserem Spieß unser Geschenk und teilten das Frühstück aus. Nun war auch die gute Laune des Chefs wieder hergestellt, weil doch noch alles irgendwie gut geklappt hat und er nun bei einem Paar Weißwürste, einer Breze und seiner Weizen-Halbe in gemütlicher Runde saß. Nach unserem verlängerten Frühstück sorgten wir noch dafür, dass im Haus alles für’s Wochenende vorbereitet war und schlussendlich konnten wir pünktlich ins wie immer wohlverdiente Wochenende starten.


Nov 25 2010

Er gibt nicht auf!

Dass in der Bundeswehr grad vieles geändert wird, ist ja grad in aller Munde. Auch in der Sportfördergruppe wird es ein paar Änderungen geben, unter anderem werden hier ab nächstem Jahr keine Grundwehrdienstleistenden mehr eingesetzt werden – weil es keine mehr gibt. Wohl auch aus diesem Grund versucht mein Chef mich schon seit meinem Dienstbeginn in Sonthofen zu überreden, noch ein paar Monate länger bei der Bundeswehr zu bleiben. “Fähige Leute versuche ich gerne zu halten”, sagte er damals. Aber um ehrlich zu sein, bin ich froh, wenn meine Dienstzeit vorbei ist und ich im Januar wieder bei meinem früheren Arbeitgeber anfangen kann. Die Zeit hier war für mich als Soldat sehr entspannt. Hin und wieder denk ich an die Grundausbildung zurück und erinnere mich lächelnd daran, wie wir bei Regen durch den Matsch gekrochen sind. Die Zeit nach der Grundausbildung ist dagegen nicht ganz so toll gewesen. Zwar ist das Team hier zum größten Teil in Ordnung, aber eigentlich mache ich hier den Job eines Hausmeisters, eines Fahrers, eines Sekretärs und einer Putzfrau! Nicht grade sehr erfüllend.
Jedenfalls versuchte mein Chef auch heute wieder, mich noch einmal zu überreden, allerdings wieder ohne Erfolg. Und weil es jetzt anscheinend auch so etwas wie ein “Kopfgeld” für jeden Soldaten gibt, der einen neuen Zeitsoldaten für die Bundeswehr gewinnt, hat er heut sogar auch meinen Geschäftszimmer-Kameraden angestachelt, mich zu überzeugen. Dumm nur, dass ich weiß, was ich will und bei der Bundeswehr bleiben gehört garantiert nicht dazu.


Nov 24 2010

Ziel erfüllt

Überraschenderweise kam ich heute beim Archiv schneller voran als gedacht und so konnte ich – nachdem ich die meiste Zeit des Vormittags und die Hälfte des Nachmittags am Trainingspläne sortieren war – meine Arbeiten im Archiv abschließen und war nun endlich mit dieser nervenraubenden Arbeit fertig! Wenigstens ein Erfolgserlebnis heute, nachdem ich in der Mittagspause bei Fifa 09 auf der X-Box drei Spiele verloren hatte.
In den nächsten Tagen geht’s dann weiter mit unserer Chronik, die ich bis zum Ehemaligen-Treffen Mitte Dezember fertig haben soll. Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass ich hier der einzige Grundwehrdienstleistende bin, der wirklich was arbeitet und nicht nur seine Zeit absitzt.


Nov 23 2010

Weihnachtsvorbereitungen

Der Tag fing in der Früh gleich entspannt an. Unser Chef meldete sich krank, ließ sich aber trotzdem von meinem GeZi-Kameraden nach Kempten fahren, um sich dort im Bundeswehr Fachsanitätszentrum beim Spezialisten behandeln zu lassen. Das bedeutete für mich und meinen Spieß einen ruhigen Tag, da der Kompaniechef keine Aufträge vergeben konnte, und wir auch Ruhe vor meinem Büro-Kollegen hatten, der einen gerne mal von der Arbeit abhält. Es ist ja immer total witzig mit ihm, aber wenn man was zu tun hat, kann er einen manchmal ganz schön ablenken.
Und so verbrachte ich meinen Tag mit allen möglichen liegengebliebenen Aufgaben, ging brav ans Telefon und kramte alte Weihnachtsdekoration aus dem Keller hervor, die ich dann im ganzen Haus verteilte und so ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung ins Haus brachte. Am Schluss sah dann unser Geschäftszimmer richtig festlich aus und auch unser Sportlertreff, der Besprechungs- und Aufenthaltsraum war richtig schön mit einem Adventskranz und weihnachtlichen Tischdecken und Deko geschmückt. Jetzt muss es dann nur noch richtig schneien.